Kennzahlen – sind wir auf dem richtigen Kurs?

Kennzahlen – sind wir auf dem richtigen Kurs?

Unternehmenskennzahlen optimal auswählen und erheben

Heute wissen CEOs oft nicht, welche Vertriebskennzahlen für ihr Unternehmen sinnvoll sind, und überlassen deren Definition ihrem Controller. Für Führungskräfte ist ein intensiver Austausch zwischen Geschäftsleitung, Vertrieb und Controlling jedoch wichtig, um die Vertriebsprozesse zu analysieren und sinnvolle Kennzahlen zu definieren. Anschliessend gilt es zu überlegen, wie man diese erhebt. Die Festlegung der Vision und Strategie des Unternehmens ist der erste und wichtigste Schritt, um Klarheit zu schaffen, welche Kennzahlen implementiert werden sollen («Balanced Scorecard»).

Für ein mittleres Unternehmen ist die Einführung von Kennzahlen ein wichtiger Teil der Umsetzung von Strategie und Vision, die vom ganzen Unternehmen, nicht nur von den Führungskräften, gelebt werden sollen. Der Prozess zur Implementierung der Kennzahlen ist nur der letzte Schritt der Kette. Um die richtigen Kennzahlen einzuführen, gilt es, folgende Frage zu beantworten: Welche Zahl muss ich als Entscheidungsträger an welcher Stelle erhalten, damit ich anschliessend die richtige Frage der richtigen Person stellen kann?
Um das zu bestimmen, braucht es eine klare «Growth Mindset»-Mentalität, eine ganzheitliche Kommunikation und eine klare Vorgehensweise.

«Growth Mindset versus Fixed Mindset»

Für Unternehmen, die sich den sich ändernden Kundenbedürfnissen und dem Markt anpassen wollen, sind Vision und Strategie das wichtigste Mittel, um Kennzahlen einzuführen und eine neue Unternehmenskonzeption darzustellen. «Growth Mindset» betrifft alle Mitarbeiter des Unternehmens, die die Revolution 4.0 mitmachen möchten. Um diesen Mindset entwickeln zu können, sind verschiedene grundlegende Konzepte und Regeln zu beachten:

  1. Top-Down-Ansätze (Mission – Vision – Strategie)
  2. Von Führungskräften und Mitarbeitern gelebte Mission/Vision
  3. Herausfordernde, aber erreichbare Ziele
  4. Exklusive Verwendung von strategischen Kennzahlen
  5. Bei Kennzahlen gilt: Weniger ist mehr
  6. Offene Kommunikation und Vertrauenskultur im Unternehmen
  7. Darstellung der Kennzahlen auf einem Blatt – präzise und auf Trends basierend
  8. Kennzahlen aktiv an die Veränderungen im Unternehmen anpassen
  9. Unternehmsstärke beachten

  

Mit Mission, Vision und Strategie beginnen

Wie soll man Kennzahlen einführen? Soll man das Schwergewicht auf die strategischen Kennzahlen legen?
Es ist besser, die konkreten Kennzahlen erst zu erarbeiten, wenn die Diskussionen über die Vision und die Mission abgeschlossen sind.
Unklare und unkoordinierte Kennzahlenversuche enden oft damit, dass niemand mehr genau weiss, wofür diese wichtig waren und wieso sie ausgesucht wurden. Wichtig ist, immer eine Mission und Vision im Kopf zu haben, wenn wir strategische Kennzahlen formulieren, ob bewusst oder unbewusst. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Vorstellungen der Beteiligten zu unterschiedlich ausgeprägt sind und mitunter sogar in gegensätzliche Richtungen zielen. Somit macht es Sinn, diese verschiedenen Vorstellungen zu einer Mission und Vision des Unternehmens zusammenzuführen und offen zu kommunizieren. Der Weg
dorthin muss klar und realistisch sein.

Identifizierung von Frühindikatoren

Nachdem die strategischen Ziele entwickelt wurden, folgt die Identifizierung der Frühindikatoren und anschliessend die der Kennzahlen. Das heisst, die Aufmerksamkeit richtet sich zuerst auf die Früh- und danach auf die Spätindikatoren.
Warum soll man sich überhaupt auf Frühindikatoren konzentrieren? Weil wir es nicht gewohnt sind, in Prozessen zu denken. Wir denken meistens in Anfangs- und Endpunkten und verpassen so die Wirkung einer neuen Ursache. Wenn wir mit Kennzahlen strategisch führen wollen, bleibt uns somit nichts anderes übrig, als die Prozesse und Entwicklungen zu analysieren und deren Eigenschaften mit den gewählten Kennzahlen darzustellen.
Das Schwergewicht liegt dabei auf der Analyse der Prozesse und der Bestimmung der Abhängigkeiten. Damit lernen wir mehr über die Abläufe im Unternehmen und schöpfen das Führungspotenzial besser aus. Die Identifikation der Frühindikatoren wird uns helfen!

Umsetzung von Kennzahlen: «Balanced Scorecard»

Jedes Unternehmen sollte die für die spezifische Leistungserstellung erforderlichen 1) Perspektiven, 2) Fristen und 3) Indikatoren bestimmen.
Je besser es gelingt, diese drei Dimensionen umzusetzen, umso wirkungsvoller kann die Führungsarbeit mithilfe der Balanced Scorecard gestaltet werden. Die Scorecard kann dabei helfen, die Veränderungen anzustossen und nachhaltig zu verankern.

Der Einführungsplan

Die Erfahrung zeigt, dass die Einführung einer Balanced Scorecard von verschiedenen Modulen abhängt:

Vision und Strategie

  • Einführungsworkshop
  • Einzelinterviews mit den Teilnehmern des Einführungsworkshops
  • Feedback-Seminar und grundsätzliche Entscheidung zur Einführung der Kennzahlen

Know-how-Transfer

  • Intensivtraining mit den Balanced-Scorecard-Beauftragten
  • Eigenständige Arbeitsgruppentätigkeit der Beauftragten
  • Auswertungsworkshop der Arbeitsgruppen mit Präsentation der Ergebnisse und der Entscheidung zur Umsetzung der Balanced Scorecard im Unternehmen

Umsetzung

  • Definieren der strategischen Ziele und Verknüpfung mit dem Massnahmenplan für alle Verantwortungsbereiche
  • Festlegen der Kennzahlen
  • Umstrukturieren des internen Berichtssystems
  • Festlegen der Richtlinien für den Balanced-Scorecard-Prozess

 

Fazit

Die Kennzahlen und der damit verbundene Implementierungsprozess (Mission, Vision, Strategie, Balanced Scorecard) helfen Unternehmen, Wettbewerbsvorteile zu schaffen und den Markt positiv für sich zu beeinflussen. Das konsequente Anwenden von Kennzahlen unterstützt das Überleben im Markt und befähigt Unternehmen Schwerpunkte und Aktionen zu bestimmen, die das Business beinflussen können.